Vortrag von Prof. Dr. Manfred Rasch am 28.09.2023 in der Elektrozentrale der Zinkfabrik Altenberg
Die lokalhistorische Veranstaltungsreihe „Oberhausener Stadtgeschichte(n) entdecken“, welche von der Historischen Gesellschaft Oberhausen e.V., dem Stadtarchiv Oberhausen, der Literarischen Gesellschaft Oberhausen e.V., der Gedenkhalle Oberhausen, der Geschichtswerkstatt Oberhausen sowie der Volkshochschule Oberhausen gemeinsam ausgerichtet wird, lädt alle interessierten Bürger*innen dazu ein, mehr über die Geschichte und Geschichten der eigenen Stadt zu erfahren.
Ein Beitrag von Isabelle Reckmann
Im Rahmen von acht Vorträgen, welche von Ende September 2023 bis Mitte Juni 2024 stattfinden werden, bekommen die Teilnehmenden dank der vielseitig gelagerten Themenbereiche der Vorträge auf verschiedenste Weisen einen Einblick in die Stadtgeschichte Oberhausens. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit den Dozent*innen selbst sowie den anderen Geschichtsfreund*innen ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.
Am 28.09.2023 macht Prof. Dr. Manfred Rasch mit seinem Vortrag zum Thema „Granaten, Geschütze und Gefangene. Oberhausen im Ersten Weltkrieg“ den Auftakt. Ab 18.00 Uhr begrüßt das LVR-Industriemuseum als Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe die Besucher*innen in der Elektrozentrale auf dem Gelände der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg.

Wie der Titel des Vortrages bereits ankündigt, beschäftigt sich Prof. Rasch mit der Rolle Oberhausens im Ersten Weltkrieg, vor allem im Hinblick auf die Gutehoffnungshütte als wichtiges Rüstungsunternehmen, und damit einhergehend auch der Frage nach Arbeitskräften und dem Einsatz von Kriegsgefangenen. Dabei steht auch im Mittelpunkt, wie sich das Ruhrgebiet sowohl sozial als auch technisch und wirtschaftlich veränderte und dennoch als relevante Montanregion Europas weiterhin Bestand haben konnte.
Im Krieg war die Gutehoffnungshütte ein wichtiger Rüstungsfabrikant, der in Oberhausen nicht nur Munition und Geschütze herstellte, sondern auch Gefangene, zivile Ausländer und Frauen in ihren Betrieben zur (Zwangs-)Arbeit einsetzte. Da Kohle und Arbeitskräfte knapp waren, bemühte man sich, Energie zu sparen (Elektrifizierung) und Arbeit zu mechanisieren. Einige Firmen tätigten diese notwendigen Investitionen und erwirtschafteten bald enorme Gewinne. Wegen dieser Gewinne setzte der Reichstag sogar eine Prüfungskommission ein, dies jedoch ohne großen Erfolg!

Foto: LVR-Industriemuseum
Der Vortrag vom Historiker Prof. Dr. Manfred Rasch, ehemaliger Leiter des heutigen thyssenkrupp Konzernarchivs und seit 2003 Honorarprofessor an der Ruhr-Universität Bochum, veranschaulicht diese Entwicklungen anhand von historischen Fotografien und Grafiken. Da die Forschungsschwerpunkte von Prof. Rasch auf der Wirtschafts-, Technik- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere des Ruhrgebiets, liegen, können sich die Teilnehmer*innen in Oberhausen auf einen spannenden Einblick in die Zeit des Ersten Weltkriegs freuen.
| Termin | 28.09.2023 von 18.00 bis 19.30 Uhr |
| Ort | Elektrozentrale des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg |
| Hansastraße 20, 46049 Oberhausen | |
| Teilnahme | Die Teilnahme ist kostenlos. |
| Anmeldungen über die VHS Oberhausen (Kursnummer ZA2200R) |
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Die Paul Reusch Straße gibt es aber immer noch.