In unserer Sommerpause hat sich einiges getan! Vielleicht hat der eine oder die andere bereits gesehen, dass sich unser Villengarten verändert hat. Er ist bisher nur von weitem zu bestaunen, aber um die ehemalige Direktorenvilla der Zinkfabrik Altenberg hat sich einiges getan. Es wurde mehr Platz geschaffen, neue Wege angelegt und verschiedene Pflanzen gesetzt. Das Gras wird langsam grün und die Blumen zeigen ihre ersten Blüten. In unserem heutigen Blogbeitrag wollen wir euch das dahinterliegende Konzept vorstellen und zeigen, was dort jetzt alles so blüht.
Ein Beitrag von Jacqueline Drywa
Das Konzept
Bei der Planung des Gartens wurden historische Pläne, die die damalige Aufteilung des Gartens zeigten, miteinbezogen. Die dort sichtbare spezielle Anordnung der Wege wurde übernommen, die direkt zum Spazierengehen einlädt. Dadurch wird auch ein Gefühl für den damaligen prestigeträchtigen Villengarten erzeugt.

Foto: LVR-Industriemuseum

Foto: LVR-Industriemuseum

Foto: LVR-Industriemuseum
Die Pflanzen
Die Pflanzen sind keineswegs willkürlich gewählt. Der Garten besitzt eine große Artenvielfalt und viele blühende und nicht blühende Arten. Bienen können sich besonders auf den europäischen Pfeifenstrauch, Zierjohannisbeeren, Weigelien und verschiedene Flieder freuen.
Wir haben nicht nur neu gepflanzt, sondern auch große Teile unseres vorherigen Baumbestandes erhalten. Das Gelände schmücken Ulmen, Robinien, Platanen, Buchen, Eichen und weitere Arten. Einige der Bäume haben wir uns genauer angeschaut und mithilfe des Umfangs eine grobe Schätzung des Alters bestimmen können: Die Ulmen sind ca. 85 Jahre alt. Sie bieten nicht nur Schatten, sondern dienen Bienen als Nahrungsquelle und über 600 anderen Arten als Lebensraum. Dabei gibt es Insekten-, Spinnen- und Pilzarten, die nur dank der Ulmen überleben können. Besonders aufgrund des Ulmensterbens ist es wichtig, die gefährdete Art zu erhalten.

Foto: LVR-Industriemuseum

Foto: LVR-Industriemuseum

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Bereits besonders lange auf dem Gelände zu sein scheint eine Ahornblättrige Platane direkt neben der Villa. Platanen sind gegen Luftverschmutzung weniger anfällig und kommen mit verdichteten Böden zurecht. Sie bieten verschiedenen Vögeln, wie der Dohle, Nistplätze und auch der marmorierte Goldkäfer fühlt sich in den Baumhöhlen wohl. Die Ahornblättrige Platane galt früher als Heilpflanze – Bei Schlangenbissen oder Skorpionstichen wurden die Früchte verwendet, die Borke, ein Teil der Rinde, wirkte lindernd bei Zahnschmerzen und die Blätter wurden zur Behandlung bei Augenkrankheiten eingesetzt.
Unsere große Platane hat auf Brusthöhe einen beträchtlichen Umfang von 356 cm und kann damit auf ungefähr 140 Jahre geschätzt werden. Sie könnte damit älter als die Villa selbst sein. Bei den Schätzungen muss man allerdings vorsichtig sein, da beispielsweise die Bodenverhältnisse, der Niederschlag oder die Sonneneinstrahlung eine entscheidende Rolle spielen. Was man allerdings sagen kann ist, dass einige der Bäume bereits sehr lange hier stehen und die Zeit erlebt haben, in der die Zinkfabrik noch in Betrieb war.

Foto: LVR-Industriemuseum

Foto: LVR-Industriemuseum
Die Nutzung
Der Villengarten soll in Zukunft auch für die Besucher*innen zugänglich sein und eine entspannte Atmosphäre schaffen. Zudem bekommt unsere schöne Villa mehr Aufmerksamkeit. Dort befindet sich heute die Zentrale des LVR-Industriemuseums. Der Direktor sitzt demnach immer noch in der Villa, nur schlafen kann er heutzutage woanders.
Headerbild: Stefan Arendt, LVR-Zentrum für Medien und Bildung
Es freut mich, dass man inzwischen auch außen Ergebnisse der Bau- und Sanierungsmaßnahmen sieht. Die Landschaftsarchitektin, die den Entwurf für das neue Außengelände erstellt hat und die die Durchführung der Arbeiten begleitet, würde sich sicherlich über eine kurze Nennung freuen.
Vielen Dank für das Feedback und den Hinweis!
Die Planung stammt von Dipl. Ing. Regina Riedel vom Projektbüro Stadtlandschaft aus Göttingen, die auch die Ausführung begleitet.
Die Bauleitung hat Erik Steinhauer, Landschaftsarchitekt vom Büro Green Landschaftsarchitekten aus Duisburg, übernommen.
Ausführendend ist die Firma Haddick & Sohn, Garten- und Landschaftsbau aus Borken tätig.