„Museumsarbeit ist vielseitig“ – Folge 1: Von bunten Zetteln und Maschinen

Dieser Ausspruch von Maja Lange, wissenschaftliche Referentin und stellvertretende Leiterin des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg, ist in unserer Abteilung mittlerweile zum Motto geworden. In der alten Dauerausstellung der Zinkfabrik Altenberg befanden sich über 1500 Ausstellungsobjekte zur Industriegeschichte auf mehr als 3000 Quadratmetern. Wir müssen die komplette Ausstellungshalle ausräumen, damit unsere Baumaßnahmen beginnen können. Was das bedeutet und welche Maßnahmen nun nötig sind, soll diese Serie zeigen.

Unsere alte Dauerausstellung teilte sich in neun Bereiche auf. Mein Zuständigkeitsbereich beim Abbau der Ausstellung ist der dritte Bereich „Werkstoff und Fortschritt“. Dieser zeigte den Beginn der Stahlforschung. Zunächst arbeitete man hauptsächlich nach der Methode „Versuch und Irrtum“ bis sich nach und nach Wirtschaft und Wissenschaft verbanden. Die Anforderungen an die Qualität des Stahls veränderten sich durch technische Entwicklungen, aber auch durch die Findigkeit der Unternehmer, die sich vor Schadensansprüchen absichern wollten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Große Namen wie Mannesmann oder Babcock & Wilcox wurden in dem Bereich durch Großmaschinen wie ein originales Schrägwalzwerk oder ein Patent-Wasserrohr-Dampfkessel in die größere Erzählung der Industriegeschichte eingebunden. Für mich ist dieser Bereich ein Glücksfall, weil er relativ klein und überschaubar ist, ich ihn aber durch die museumspädagogischen Vorführungen von Herrn Hoffmann sehr spannend finde.

Eine meiner ersten Aufgaben war es, alle Großobjekte in meinem Bereich in einer Sonderdatenbank zu erfassen, weil diese nur über Ausschreibungsverfahren aus der Ausstellung transportiert werden können. Nachfolgend habe ich dann auch kleinere Objekte wie Meißel oder Prüfgeräte erfasst.

Der Datenbankauszug zum Schrägwalzwerk

Parallel entstand eine Fotodokumentation als Word-Datei (bei mir 49 Seiten), die knappe Informationen zum Objekt enthielt, aber vor allem auch großformatige Fotos. Die Dateien wurden dann in dreifacher Ausfertigung in einer von sechs Farben ausgedruckt und von uns anschließend an den Objekten in der Dauerausstellung befestigt.

Blick auf die Walzhalle

Der praktische Abbau der Dauerausstellung wird von unserem Restaurator Stefan Mai geleitet. Die farblich codierten Zettel an den Objekten geben ihm eine schnelle Orientierung, ob beispielsweise Objekte in unser Depot im Peter-Behrens-Bau (blau) transportiert werden sollen oder an Leihgeber (gelb) zurückgegeben werden müssen.

Und was praktischer Abbau heißt, haben wir auch schon erfahren. Denn Museumsarbeit kann auch eine schmutzige Sache sein.

3 Gedanken zu “„Museumsarbeit ist vielseitig“ – Folge 1: Von bunten Zetteln und Maschinen

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