Am 09. Juni wird gewählt! 2024 findet die Wahl des Europäischen Parlaments zum zehnten Mal statt. Bei der Recherche zu diesem Beitrag sind wir auf ein Objekt in unserer Sammlung gestoßen, das uns dazu gebracht hat, die Geschichte der EU einmal genauer anzuschauen.
Ein Beitrag von Katharina Wonnemann
Die Europäische Union (EU) ist ein Bund aus heute 27 Mitgliedsstaaten, die auf wirtschaftlicher und politischer Ebene zusammenarbeiten. Das Europäische Parlament, dessen Abgeordnete von den EU-Bürger*innen gewählt werden, wirkt an europaweiten Gesetzen mit, prüft und verabschiedet den Haushalt und kontrolliert die Arbeit der anderen EU-Institutionen. Darüber hinaus wurden gemeinsame Rechte und Werte festgelegt – insbesondere die Menschenwürde, die Meinungs- und Versammlungsfreiheit, das Recht auf Nichtdiskriminierung und das Asylrecht – die in allen Mitgliedsstaaten eingehalten werden müssen. Die EU arbeitet also auf verschiedensten politischen Ebenen zusammen.
Begonnen hat das Ganze nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch erstmal nur als reine Wirtschaftsgemeinschaft: 1951 unterzeichneten Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch „Montanunion“ genannt. Die kriegswichtigen Sektoren Kohle und Stahl unterlagen nun der gemeinsamen Kontrolle der Mitgliedsstaaten und ermöglichten der Bundesrepublik nach Kriegsende eine Rückkehr in die internationale Gemeinschaft. 1957 folgte dann die Unterzeichnung zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sowie zur Europäischen Atomgemeinschaft (EAG). Alle drei werden allgemein meist als Europäische Gemeinschaft (EG) zusammengefasst.

Bild: LVR-Industriemuseum/ Sammlung Erich Stöck
Die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten wurde seitdem durch verschiedene Verträge weiter ausgebaut: So wurde 1993 die Bezeichnung »Europäische Union« (EU) festgelegt, 1999 einigten sich viele EU-Staaten auf den Euro als gemeinsame Währung und 2009 wurde die Europäische Grundrechtecharta beschlossen. Zudem schlossen sich seit den Anfängen weitere 22 Länder der EU an, wobei Großbritannien 2020 wieder austrat.
Wenn ihr euch noch unsicher seid, wen ihr zur diesjährigen Europawahl wählen wollt: Im Wahl-O-Mat könnt ihr die Standpunkte zu bestimmten Themen aller 35 Parteien, die in Deutschland zur Wahl stehen, miteinander vergleichen. Wie ein Tag ohne Demokratie und Wahlmöglichkeiten aussehen könnte, haben wir im letzten Beitrag anhand des Bereichs „Wählen gehen“ unserer neuen Dauerausstellung vorgestellt.
Headerbild: pixabay
