Genau das habe ich während meines zehnmonatigen Praktikums in der Zinkfabrik Altenberg gelernt. Als ich im Oktober 2024 mein Praktikum begann, hatte ich noch keine wirkliche Vorstellung davon, was mich zukommen würde. Bei meiner Ankunft auf dem Gelände erwarteten mich Gerüste und Baugeräte, denn die Zinkfabrik Altenberg befindet sich momentan im Umbau. Einen regulären Museumsbetrieb gibt es derzeit nicht, stattdessen wird auf Hochtouren an der neuen Dauerausstellung gearbeitet, die in Zukunft in den Räumen der alten Walzhalle Platz finden soll.
Ein Beitrag von Lea Stratmann
Mein Praktikum startete direkt turbulent: Die Route Industriekultur feierte 2024 ihren 25. Geburtstag. Als einer der Ankerpunkte der Route sollte auch auf dem Gelände der Zinkfabrik ein Programm stattfinden. Und schon war ich mittendrin in den Planungen.

Nach den Feierlichkeiten kehrte etwas Ruhe ein, ich konnte mir einen Überblick verschaffen, mich in das Konzept der neuen Dauerausstellung einarbeiten und mit Arbeitsabläufen vertraut machen. Ich durfte ich an Dienstbesprechungen, Redaktionssitzungen und anderen internen Meetings teilnehmen.
Aufgrund des langen Zeitraums meines Praktikums konnte ich neben vielen kleineren Aufgaben auch an größeren Projekten mitwirken. Alles aufzuzählen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Denn wenn ich eins gelernt habe, ist es: Museumsarbeit ist vielseitig, intensiv und manchmal anders, als man es sich vorstellt. Damit auch Sie einen Eindruck von meinem Praktikum und der Arbeit im Museum bekommen, möchte ich nun einige meiner Aufgaben näher vorstellen:
Eine Aufgabe, die mich über einen langen Zeitraum meines Praktikums begleitet hat, war die Katalogisierung der Oberhausener Zeitschrift „Schichtwechsel“. Die Zeitschrift wird von der Geschichtswerksatt herausgegeben und behandelt Themen der Industriekultur in Oberhausen. Der Katalog bietet nicht nur einen guten Überblick über die Ausgaben des Schichtwechsels, sondern zudem eine Möglichkeit, schneller auf gezielte Inhalte zuzugreifen.
Ebenfalls mein ganzes Praktikum über begleitet hat mich die Arbeit an dem Museumsblog der Zinkfabrik. In regelmäßigen Redaktionssitzungen haben wir als Team einen Redaktionsplan erstellt, neue Beiträge geplant und immer wieder über mögliche Optimierungen des Blogs diskutiert. Neben der Korrektur anderer durfte ich auch eigene Beiträge schreiben. Dazu gehörte auch die Recherche nach passendem Bildmaterial. Diese nimmt je nach Thema mal mehr, mal weniger Zeit in Anspruch. Die Arbeit am Blog war für mich eine ideale Möglichkeit, mich anhand interessanter Themen auszuprobieren und zu lernen, wie journalistisches Schreiben funktioniert.
Einen Großteil der Kapazitäten nimmt natürlich die Planung der neuen Dauerausstellung ein.
Auch hier durfte ich das Team unterstützen und kleinere Projekte übernehmen. Ich konnte an Objektverifizierungen im zentralen Museumsdepot des LVR-Industriemuseums, dem Peter-Behrens-Bau, teilnehmen. Zusammen mit einer der Restauratorinnen des Museums habe ich mir die Papierobjekte, die in der neuen Dauerausstellung Platz finden sollen, genauer angeschaut. Die Objekte wurden hinsichtlich möglichen Restaurationsbedarfs überprüft und gegebenenfalls ausgehoben, um anschließend in der Werkstatt aufgearbeitet zu werden. Während der Arbeit im Peter-Behrens-Bau konnte ich nicht nur einen neuen Standort des LVR-Industriemuseums kennenlernen, sondern zudem das erste Mal an und mit den Exponaten direkt arbeiten. Zudem habe ich mich mit dem Setzkasten der sogenannten „Must-Haves“ auseinandergesetzt. Dieser soll in der neuen Ausstellung im thematischen Bereich „Individualisierung“ stehen. Ausgestellt werden bis zu 36 Objekte, die als „Must-Haves“ der 1980er- bis 2010er-Jahre gelten. Vom Monchichi über Harry Potter und Diddl bis hin zum Nintendo DS ist alles dabei. Meine Aufgabe bestand darin, bereits vorhandene Objekte, die größtenteils über Spenden ins Museum gelangt sind, zu katalogisieren sowie neue Objekte zu beschaffen und zu inventarisieren.



Neben vielen Aufgaben hatte ich während meines Praktikums auch diverse Möglichkeiten, die ich jederzeit wahrnehmen durfte. Ich konnte die anderen Schauplätze des Industriemuseums besuchen und dort ebenfalls einen Einblick in die Arbeitsprozesse erhalten. Dies war besonders spannend, da ich so doch einen Einblick bekommen konnte, wie sich Arbeitsprozesse bei einem laufenden Museumsbetrieb gestalten. Zudem durfte ich verschiedene Fachbereiche des Museums besuchen und so auch die Arbeit der Restaurator*innen, der Sammlung und Dokumentation oder der Museumsverwaltung kennenlernen.
Müsste ich mein Praktikum im LVR-Industriemuseum Schauplatz Zinkfabrik Altenberg mit einem Wort beschreiben, würde ich wohl sagen: abwechslungsreich. Ich habe nicht nur spannende Einblicke in die Arbeit am Schauplatz der Zinkfabrik bekommen, sondern hatte auch die Möglichkeit, andere Schauplätze und Abteilungen des Industriemuseums kennenzulernen. Neben dem Erlernen von praktischen Fähigkeiten, wie dem Umgang mit Datenbanken oder Exponaten, habe ich mir gewünscht, durch mein Praktikum einen tieferen Einblick in die Institution Museum zu bekommen. Durch ein positives Arbeitsklima und eine gute Aufnahme im Team habe ich mich während meines Praktikums wohlgefühlt. Auf Wünsche und Vorstellungen meinerseits wurde immer bestmöglich eingegangen, weshalb ich sagen kann, dass das Praktikum alle meine Erwartungen erfüllt hat. Ich kann das LVR-Industriemuseum, insbesondere den Schauplatz Zinkfabrik Altenberg, als Praktikumsstelle somit wärmstens empfehlen.
Headerbild: Außenansicht des Geländes der Zinkfabrik Altenberg während der Baumaßnahmen
Foto: Stefan Arendt, LVR-Zentrum für Medien und Bildung
