Ein Praktikum im Museum?

Wie in jeder gymnasialen Einführungsphase stand den Schülern und Schülerinnen ein zweiwöchiges Praktikum bevor und so hatte dieses Schicksal auch mich, Avin Omar, Schülerin an der Fasia-Jansen-Gesamtschule in Oberhausen, getroffen. Obwohl ich eigentlich andere Vorstellungen hatte, schlug mir einer meiner Stufenleiter vor, ein Praktikum im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg zu machen. Ehrlich gesagt war ich erstaunt, denn: „Was soll man denn da tun? Da werden doch nur öde Führungen gemacht.“ Doch dann fand ich den Vorschlag gar nicht mal so schlecht, zumal ein anderer Schüler aus meiner Schule von seinem Praktikum im Museum beeindruckt zu sein schien. So nahm ich den Vorschlag an und bewarb mich mit Erfolg am Museum.

Ein Beitrag von Avin Omar

Was mich erwartete!

Am Montag, dem 2. Juli, begann mein erster Praktikumstag. Ich war sehr aufgeregt, denn ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Als ich früh am Morgen das Museum betrat, lernte ich als Ersten Herrn Böhmer, den Wissenschaftlichen Volontär, kennen. Er und auch der Leiter des Museums, Herr Zeppenfeld, dem ich bereits beim Bewerbungsgespräch begegnet war, machten einen netten Eindruck. Auch den Rest des Teams lernte ich bald kennen.

Zuerst durfte ich mir das Museum genauer angucken. Mir wurde direkt von Herrn Böhmer erzählt, dass die Dauerausstellung „Schwerindustrie“ geschlossen worden war und abgebaut würde. Die Sonderausstellung „Energiewenden-Wendezeiten“ ist das aktuelle Thema in der Zinkfabrik Altenberg.

Die vielfältige Arbeit im Industriemuseum

Als ich mir einen Einblick ins Museum verschafft hatte, bekam ich meinen ersten Auftrag. Ich sollte etwas über die erste Verkehrsampel in Oberhausen recherchieren. Tatsächlich habe ich mich schlaugemacht und fand heraus, dass die erste Ampel eine Heuerampel im Jahre 1950 in Sterkrade war. Danach sollte ich etwas über die ersten Warenhäuser in Oberhausen als „Repräsentanten“ des Konsums herausfinden, ein mögliches Thema der neuen Dauerausstellung. Diese Aufgabe war schwerer als gedacht. Die erste Recherche im Internet reichte nicht aus. Deshalb beschloss ich, mir Hilfe zu holen. Ich wendete mich an Herrn Klemmer, der sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Museum absolviert. Er wies mich auf einige Bücher hin, die ich nun durchsah. Und nachdem ich noch eine digitale Chronik der Stadt Oberhausen hinzugezogen hatte, konnte ich drei wichtige Warenhäuser nachweisen. Verschriftlicht habe ich das Ergebnis vorgelegt und bekam ein zufriedenes Feedback zurück.

In einem Museum geht es nicht nur darum, Fakten herauszufinden, sondern um vieles mehr. Am Donnerstag fand eine Schülerführung statt. Schüler der Gesamtschule Weierheide haben Grundschülern die Wechselausstellung „Energiewenden-Wendezeiten“ gezeigt. Ich habe mir das Ganze mit angeguckt und so erfahren, wie man Inhalte vermitteln kann. Die Informationen müssen stimmen, der Empfänger muss interessiert sein und auch zuhören. Dies taten die Schüler. Am Tag zuvor bekam ich erklärt, dass Führungen sorgfältig geplant werden müssen und sich eine Ausstellung nicht von alleine baut. Alles muss organisiert sein.

In den nächsten Tagen wurden meine Aufträge noch spannender, denn am Ende der Woche durfte ich die Vitrinen aus der alten Ausstellung „Schwerindustrie“ vermessen, da diese nach dem Abbau nicht mehr gebraucht und abgegeben werden sollen. Ich machte Fotos von den Vitrinen und stellte diese mit den Maßen der Vitrinen in eine Datei ein. Außerdem half ich beim Abbau der alten Dauerausstellung. Große Objekte standen hier noch in Sandkästen, aus denen der Sand entfernt werden musste. Mit einem Bagger wurden Schubkarren befüllt und in einen Container entleert. Hier durfte ich ein wenig mitschippen. Das war eine ganz andere Arbeit als sonst und hat es Spaß gemacht.

Zum Abschluss des Praktikums durfte ich noch zwei Beiträge schreiben, diesen Blogbeitrag über mein Praktikum und eine Pressemitteilung. Bisher hatte ich nur welche durchgelesen und versucht umzuformulieren. Jetzt aber war es so weit, dass ich selbst eine über die Filmabende zu der Sonderausstellung „Energiewenden-Wendezeiten“, schreiben durfte. So endete letztendlich mein Praktikum am 12. Juli.

Wie fand ich das Praktikum?

Die 11 Tage waren sehr interessant und ich habe einen positiven Einblick in die Welt des Museums bekommen. Veranstaltungen, Pressearbeit, Führungen, Recherchen, das Archiv und die Verwaltung sind Teile eines Museums. Ich habe den Schritt gewagt in einem Museum mein Praktikum zu machen, um zu gucken, was hinter den Kulissen zu finden ist, und ich bin überwältigt worden. Die Arbeit war nicht das Einzige, sondern auch die Zusammenarbeit der Leute untereinander war zu bewundern. Den Respekt, den ich als Praktikantin bekommen habe, fand ich sehr beeindruckend. Wenn ich Fragen hatte, habe ich immer bei den jeweiligen Kollegen und Kolleginnen Gehör gefunden. Für ein kleines Gespräch über jedes Thema gab es immer Zeit. Ich habe mich wie eine von ihnen gefühlt und dafür danke ich dem kompletten Team der Zinkfabrik Altenberg.

Klug ist man nicht, indem man irgendwelche Denkweisen oder Aussagen in die Welt setzt, sondern wenn man seine Zeit investiert diese zu ändern und nach der Wahrheit schaut. Dies habe ich getan und es hat mir Spaß gemacht. Nun habe ich ein komplett anderes Bild über die Arbeit im Museum und bin froh darüber. Ich kann jedem raten, etwas Neues auszuprobieren, um Erfahrungen zu sammeln.

Ein Gedanke zu “Ein Praktikum im Museum?

  1. Pingback: „Museumsarbeit ist vielseitig“ oder „Ein Hoch auf die Museumsarbeit!“ – Zinkfabrik Altenberg

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