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Museumsarbeit ist vielseitig: Inventarisieren

Seit meinem 13. Lebensjahr habe ich viele verschiedene Ausstellungen in Museen besucht. Dabei war mir nie bewusst, wie viele Arbeitsschritte ein Objekt durchlaufen muss, bis es in einer Ausstellung präsentiert werden kann. Jetzt als studentische Hilfskraft im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen habe ich die Möglichkeit bekommen, hinter die Kulissen des Museumsbetriebs zu schauen und die Arbeit kennenzulernen.

Ein Beitrag von Nicole Nolewajka

Inventarisieren – das A und O des Museumsbetriebs
LVR-Industriemuseum_Zinkfabrik Altenberg_Neue Dauerausstellung_Oberhausen_Eastpak-Rucksack
Foto: LVR-Industriemuseum

Eine der wichtigsten Aufgaben im Museum ist das Inventarisieren. Kommt ein neues Objekt, wie z.B. der Eastpak-Rucksack durch eine Schenkung in die Zinkfabrik Altenberg, ist mit seiner Aufnahme in den Sammlungsbestand eine ganze Liste an Aufgaben abzuarbeiten. Am Anfang wird eine Inventarnummer vergeben, die am Objekt angebracht wird, und zwar so, dass sie einerseits nicht verloren gehen kann und anderseits wieder leicht entfernt werden kann.

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Das Zugangsbuch, der Heilige Gral der Inventarisierung. Foto: LVR-Industriemuseum

Die Inventarnummer wird dann zusammen mit den wichtigsten Informationen, wie der Objektbezeichnung, der Datierung, dem Material, den Maßangaben, dem Wert sowie dem Eingangsdatum in ein sogenanntes Zugangsbuch eingetragen. Zusätzlich werden alle Informationen in ein Transport-Ankauf-Formular eingetragen, die ich über das Objekt erhalten habe oder manchmal auch recherchieren musste. Denn nicht immer haben die ehemaligen Besitzer*innen alle Informationen und nicht immer lassen sich die historischen Hintergründe wie Datierung, Produzent oder Details zur früheren Nutzung klären.

Parallel zum analogen Verfahren werden alle Informationen in das Software-Programm „FAUST“ eingetragen und gesammelt. FAUST ist für uns sehr hilfreich, da wir damit zum einen einen sehr guten Überblick über unseren Sammlungsbestand haben und zum anderen können wir schneller unsere Objekte wiederfinden, um z.B. den Datenbestand zu erweitern.

Fotoshooting und ein neues Zuhause

Der Eastpak-Rucksack kann sein neues Zuhause in unserem Depot erst beziehen, wenn er sein Fotoshooting erhalten hat. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Markenzeichen und Beschriftungen wie z.B. bei Keramiken, Glas, Metallen oder Signaturen bei Gemälden, Grafiken zusätzlich detailliert fotografiert werden. Natürlich ersetzt ein Foto auch später nie die Sichtung des Originals, aber je besser das Foto das Objekt dokumentiert, desto seltener muss man bei kleineren Fragen das Objekt aus dem Depot bzw. Ausstellung holen. Nach dem Fotoshooting kann dann das Objekt sein neues Zuhause in unserem Depot beziehen.

Mein persönliches Fazit

Für mich persönlich ist das Inventarisieren eine spannende Sache, die nicht monoton ist. Denn hinter jedem Objekt, das bei uns im Museum aufgenommen wird, verbirgt sich eine Geschichte. Eine Geschichte, die die ehemaligen Besitzer*innen meist mit vielen Erinnerungen und Emotionen verbinden. Ich bin immer fasziniert von den Geschichten, die ich zu hören oder zu lesen bekomme, denn die Objekte erhalten damit ihren eigenen Wert. Leider ist nicht immer eine Geschichte gegeben und dann muss regelrecht auf Spurensuche gegangen werden, bis das Rätsel gelöst werden kann. Ich freue mich auf die nächsten Objekte und bin gespannt, was mich dann beim Inventarisieren erwartet.


Zur Autorin: Nicole Nolewajka ist seit Dezember 2021 Studentische Hilfskraft im LVR-Industriemuseum und unterstützt unseren Alltag in der Zinkfabrik Altenberg und in der St. Antony-Hütte. Sie studiert Geschichte und Kunstwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen.

2 Kommentare

  1. Schöner Text allerdings habe ich einen Tippfehler gefunden und zwar im 4. Absatz „FAUST ist für uns sehr hilfreich, da wir damit zum einem einen sehr guten Überblick“. Tja, das ist bei mir Berufskrankheit – Sorry!

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