Das Industriemuseum ist wegen Umbau geschlossen, doch zum Glück nutzen wir das Gelände der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg nicht alleine, sondern mit dem soziokulturellen Zentrum Altenberg und gemeinsam gestalten wir ein Programm, das es in sich hat: Geländeführungen, Living history, interaktive Kunstinstallationen, immersive Performances, Schmiede(mitmach-)programm, Lightpainting und mitreißende Musik mit Kultstatus.
Kurzum: ein richtig schöner Abend nach und dank der Maloche.
Ein Beitrag von Maja Lange
Am 24. Juni legen wir wieder eine ExtraSchicht ein. Seit nunmehr 23 Jahren verwandelt das Kulturfestival einmal im Jahr das Ruhrgebiet in eine einzigartige Metropole, in der Stadtgrenzen keine Rolle spielen und das ganze Ruhrgebiet in Bewegung kommt. In einer einzigen Nacht bringt das Event den traditionell 200.000 Besuchenden dank rund 500 Veranstaltungen mit etwa 2.000 internationalen Künstler*innen ein Spektrum an kulturellen Erlebnissen nahe. Die lange Nacht der Industriekultur findet an 50 Spielorten in 20 verschiedenen Städten von Unna bis Moers statt und mittendrin ist auch die Zinkfabrik Altenberg. Seit ihrer Premiere im Jahr 2001 hat sich die ExtraSchicht zum Ziel gesetzt, die ehemaligen Stätten industrieller Arbeit einem breiten Publikum zugänglich zu machen und so das industrielle Erbe der Region von der Schwerindustrie hin zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion sichtbar zu machen. Daher lädt auch die Zinkfabrik Altenberg Jung und Alt wieder zu einer Entdeckungstour der besonderen Art ein.
Einladende Aktionen
Ab 18 Uhr beginnt ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Mitmachangeboten. So dürfen sich Besuchende beispielsweise selbst im Light Painting und Schmieden üben und bei letzterem über den altertümlich anmutenden, aber kolossal beeindruckenden Antrieb des Hammers über eine Lokomobile staunen.

Foto: LVR-Industriemuseum

Foto: LVR-Industriemuseum
Geschichte – erklärt und erlebt
Ab 19:00 Uhr starten stündlich Führungen zur Geschichte des Geländes mit der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg. Gespielte Geschichte bietet das Team der Geschichtswerkstatt Oberhausen e.V. Hier gibt es „Am Büdchen“ zur gemischten Tüte auch gleich ein bisschen örtlichen Tratsch dazu. Wem das ein bisschen wenig auf die Gabel ist, wird von KinKao mit thailändischen Köstlichkeiten versorgt.

In der ehemaligen Elektrozentrale präsentiert der Wuppertaler Videokünstler Kai Fobbe unter dem Titel „Textur“ in 200 Filmsequenzen Arbeiterskulpturen aus der Sammlung Werner Bibl. Wer möchte, kann sogar selbst zu einem Teil der Installation werden. Ausgestattet mit Arbeitsgerät und –kleidung werden Besuchende vom Künstler in Szene gesetzt und als Teil der Figurengruppen live projiziert.

Abstrakter geht es bei der audiovisuelle Installation Simulacrum von Einar Fehrholz zu. Der Künstler zeigt uns seinen futuristischen Blick auf eine fortschreitend technologisierte Umwelt. Die Installation in der ehemaligen Schlosserei der Zinkfabrik Altenberg reagiert auf die Menschen, die sie betrachten, auf ihre Bewegungen und ihre Geräusche.

In drei Live-Performances zeigen die Künstler*innen, was hier möglich ist. Das Londoner Kunst- und Technologiebüro Studio Above&Below begleitet die Installation. Das Duo versteht sich als Schnittstelle zwischen Kunst, Design und Technologie und will durch seine Arbeit mit Computerdesign und künstlicher Intelligenz eine unsichtbare Verbindung zwischen Mensch, Maschine und Umwelt herstellen, um so auf einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt hinzuarbeiten. Außerdem unterstützt der Allround-Künstler Jan Arlt, der in seinen Bildern und Videoinstallationen Farben explodieren lässt und mit den Gegensätzen von Einfachheit und Komplexität spielt, die Inszenierung. Zu guter Letzt sorgt die DJane FinsterNiz mit ihren mystischen Elektroklängen für die passende auditive Stimmung.
Auf die Ohren – Mitreißende Musik
Musikalisch wird es in diesem Jahr mitreißend. Zum Auftakt spielen Martha und die Musikmalocher Arbeiter*innenlieder vom Kampflied bis zum Gassenhauer. Dabei macht die vierköpfige Band vor nichts Halt: Hannes Wader trifft auf Gunter Gabriel, die Internationale auf Rio Reiser, Unbekanntes auf Oft gehörtes. Leise und laut, euphorisch, fatalistisch – mal todernst, mal augenzwinkernd: Es ist alles dabei!


Später fordern die Resistanzen2 mit ihrer Spelunken-Polka zum Mittanzen im Fabrikinnenhof auf. Mit Liedern aus aller Welt – eigen, eigenen und fremden, in verschiedenen Sprachen gesungen, geächzt und geschrien von einem wild gewordenen Kapitän an Akkordeon und Mikrofon.
Man merkt sofort: diese Band ist den Geistern der Verdammten und Verlorenen der Lebensmeere ganz nah und bringt uns ihre Geschichten näher- wild, rau, toll. Mit im Gepäck haben sie auch ihre neu veröffentlichte dritte CD.
Tickets und Programm im Überblick
Ein Spielortticket kann für 14,00 € erworben werden. Dieses gilt nur für einen Spielort, und die Nutzung des ÖPNV ist hier nicht inbegriffen.
Wer sich nicht entschieden kann, kann ein ExtraSchicht-Ticket für alle Spielorte für 24,00€ kaufen. Im Ticket inbegriffen ist die Nutzung des ÖPNV, der durch das eigens für die ExtraSchicht konzipierte Mobilitätssystem aus 150 Shuttlebussen, historischen Bahnen und Kanalschiffen ergänzt wird.
| Geländeführungen | ||
| ab 19:00 Uhr alle 60 Minuten, Startpunkt Kesselhaus | ||
| Mitmachen | ||
| Lightpainting Schmieden & Lokomobile | durchgehend, Kesselhaus 19:00-22:00 Uhr, Fabrikhof | |
| Living history | ||
| Am Büdchen, durchgehend | ||
| Ausstellungen & Performance | ||
| Textur von Kai Fobbe Simulacrum von Einar Fehrholz | durchgehend, Elektrozentrale durchgehend, Schlosserei | |
| Live-Musik | ||
| Martha & die Musikmalocher Resistanzen2 | Auftritte um 18:30 und 19:30 Uhr, Fabrikhof Auftritte 20:30 Uhr und 21:30 Uhr, Fabrikhof |
Mehr Infos und Tickets zur ExtraSchicht gibt es unter: https://www.extraschicht.de

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