ExtraSchicht 2023 – Nach der Maloche!

Das Industriemuseum ist wegen Umbau geschlossen, doch zum Glück nutzen wir das Gelände der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg nicht alleine, sondern mit dem soziokulturellen Zentrum Altenberg und gemeinsam gestalten wir ein Programm, das es in sich hat: Geländeführungen, Living history, interaktive Kunstinstallationen, immersive Performances, Schmiede(mitmach-)programm, Lightpainting und mitreißende Musik mit Kultstatus.

Kurzum: ein richtig schöner Abend nach und dank der Maloche.

Ein Beitrag von Maja Lange

Am 24. Juni legen wir wieder eine ExtraSchicht ein. Seit nunmehr 23 Jahren verwandelt das Kulturfestival einmal im Jahr das Ruhrgebiet in eine einzigartige Metropole, in der Stadtgrenzen keine Rolle spielen und das ganze Ruhrgebiet in Bewegung kommt. In einer einzigen Nacht bringt das Event den traditionell 200.000 Besuchenden dank rund 500 Veranstaltungen mit etwa 2.000 internationalen Künstler*innen ein Spektrum an kulturellen Erlebnissen nahe. Die lange Nacht der Industriekultur findet an 50 Spielorten in 20 verschiedenen Städten von Unna bis Moers statt und mittendrin ist auch die Zinkfabrik Altenberg. Seit ihrer Premiere im Jahr 2001 hat sich die ExtraSchicht zum Ziel gesetzt, die ehemaligen Stätten industrieller Arbeit einem breiten Publikum zugänglich zu machen und so das industrielle Erbe der Region von der Schwerindustrie hin zu einer modernen Wirtschafts- und Kulturregion sichtbar zu machen. Daher lädt auch die Zinkfabrik Altenberg Jung und Alt wieder zu einer Entdeckungstour der besonderen Art ein.

Einladende Aktionen

Ab 18 Uhr beginnt ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Mitmachangeboten. So dürfen sich Besuchende beispielsweise selbst im Light Painting und Schmieden üben und bei letzterem über den altertümlich anmutenden, aber kolossal beeindruckenden Antrieb des Hammers über eine Lokomobile staunen.

Das Foto zeigt die Hände von zwei Personen, die in Teamarbeit ein Objekt schmieden. Die eine Person hält das zu Schmiedende Objekt, die andere formt es über Hammerschläge
In Teamarbeit wird gemeinsam ein Objekt geschmiedet.
Foto: LVR-Industriemuseum
Das Foto zeigt ein Kunstwerk, das durch Lightpainting geschaffen wurde, Foto: LVR-Industriemuseum
Malen mit Licht gibt es im Kesselhaus zum Bestaunen und selbst probieren. Groß und Klein sind herzlich willkommen.
Foto: LVR-Industriemuseum

Geschichte – erklärt und erlebt

Ab 19:00 Uhr starten stündlich Führungen zur Geschichte des Geländes mit der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg. Gespielte Geschichte bietet das Team der Geschichtswerkstatt Oberhausen e.V. Hier gibt es „Am Büdchen“ zur gemischten Tüte auch gleich ein bisschen örtlichen Tratsch dazu. Wem das ein bisschen wenig auf die Gabel ist, wird von KinKao mit thailändischen Köstlichkeiten versorgt.

Das Foto zeigt die Skulptur eines Arbeiters in Gold, angefertigt von Kai Fobbe
Arbeiterskulptur 1, Foto: Kai Fobbe

In der ehemaligen Elektrozentrale präsentiert der Wuppertaler Videokünstler Kai Fobbe unter dem Titel „Textur“ in 200 Filmsequenzen Arbeiterskulpturen aus der Sammlung Werner Bibl. Wer möchte, kann sogar selbst zu einem Teil der Installation werden. Ausgestattet mit Arbeitsgerät und –kleidung werden Besuchende vom Künstler in Szene gesetzt und als Teil der Figurengruppen live projiziert.

Das Foto zeigt die Skulptur einer Arbeiterin in Gold, angefertigt von Kai Fobbe
Arbeiterskulptur 2, Foto: Kai Fobbe

Abstrakter geht es bei der audiovisuelle Installation Simulacrum von Einar Fehrholz zu. Der Künstler zeigt uns seinen futuristischen Blick auf eine fortschreitend technologisierte Umwelt. Die Installation in der ehemaligen Schlosserei der Zinkfabrik Altenberg reagiert auf die Menschen, die sie betrachten, auf ihre Bewegungen und ihre Geräusche.

Simulacrum, Foto: Einar Fehrholz

In drei Live-Performances zeigen die Künstler*innen, was hier möglich ist. Das Londoner Kunst- und Technologiebüro Studio Above&Below begleitet die Installation. Das Duo versteht sich als Schnittstelle zwischen Kunst, Design und Technologie und will durch seine Arbeit mit Computerdesign und künstlicher Intelligenz eine unsichtbare Verbindung zwischen Mensch, Maschine und Umwelt herstellen, um so auf einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt hinzuarbeiten. Außerdem unterstützt der Allround-Künstler Jan Arlt, der in seinen Bildern und Videoinstallationen Farben explodieren lässt und mit den Gegensätzen von Einfachheit und Komplexität spielt, die Inszenierung. Zu guter Letzt sorgt die DJane FinsterNiz mit ihren mystischen Elektroklängen für die passende auditive Stimmung.

Auf die Ohren – Mitreißende Musik

Musikalisch wird es in diesem Jahr mitreißend. Zum Auftakt spielen Martha und die Musikmalocher Arbeiter*innenlieder vom Kampflied bis zum Gassenhauer. Dabei macht die vierköpfige Band vor nichts Halt: Hannes Wader trifft auf Gunter Gabriel, die Internationale auf Rio Reiser, Unbekanntes auf Oft gehörtes. Leise und laut, euphorisch, fatalistisch – mal todernst, mal augenzwinkernd: Es ist alles dabei!

Foto: Martha und die Musikmalocher
Foto: Resistanzen2, P. Jacques

Später fordern die Resistanzen2 mit ihrer Spelunken-Polka zum Mittanzen im Fabrikinnenhof auf. Mit Liedern aus aller Welt – eigen, eigenen und fremden, in verschiedenen Sprachen gesungen, geächzt und geschrien von einem wild gewordenen Kapitän an Akkordeon und Mikrofon.

Man merkt sofort: diese Band ist den Geistern der Verdammten und Verlorenen der Lebensmeere ganz nah und bringt uns ihre Geschichten näher- wild, rau, toll. Mit im Gepäck haben sie auch ihre neu veröffentlichte dritte CD.


Tickets und Programm im Überblick

Ein Spielortticket kann für 14,00 € erworben werden. Dieses gilt nur für einen Spielort, und die Nutzung des ÖPNV ist hier nicht inbegriffen.

Wer sich nicht entschieden kann, kann ein ExtraSchicht-Ticket für alle Spielorte für 24,00€ kaufen. Im Ticket inbegriffen ist die Nutzung des ÖPNV, der durch das eigens für die ExtraSchicht konzipierte Mobilitätssystem aus 150 Shuttlebussen, historischen Bahnen und Kanalschiffen ergänzt wird.

Geländeführungen
ab 19:00 Uhr alle 60 Minuten, Startpunkt Kesselhaus
Mitmachen
Lightpainting


Schmieden & Lokomobile
durchgehend, Kesselhaus


19:00-22:00 Uhr, Fabrikhof
Living history
Am Büdchen, durchgehend
Ausstellungen & Performance
Textur von Kai Fobbe

Simulacrum von Einar Fehrholz
durchgehend, Elektrozentrale


durchgehend, Schlosserei
Live-Musik
Martha & die Musikmalocher


Resistanzen2
Auftritte um 18:30 und 19:30 Uhr, Fabrikhof

Auftritte 20:30 Uhr und 21:30 Uhr, Fabrikhof

Mehr Infos und Tickets zur ExtraSchicht gibt es unter: https://www.extraschicht.de

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