Abgedunkelter Vorführraum des Kinos im Walzenlager.

FabrikKino: Jeder schreibt für sich allein

Von Donnerstag, den 02.11. bis Dienstag, den 07.11.2023 präsentiert das LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Kooperation mit dem Kino im Walzenlager den Dokumentarfilm „Jeder schreibt für sich allein“ des Filmemachers Dominik Graf.

Eine Notiz von Nicole Nolewajka

Nach dem gleichnamigen Sachbuch von Anatol Regnier geht Dominik Graf in seinem essayistischen Dokumentarfilm dem Leben und Wirken von Schriftsteller*innen während des sogenannten „Dritten Reiches“ nach, die nach der Machtübernahme Hitlers in den folgenden Jahren in Deutschland blieben. Was bewegte Menschen wie Hans Fallada, Gottfried Benn, Erich Kästner, Ina Seidel oder Will Vesper dazu, nicht das Land zu verlassen, sondern weiterhin in Deutschland zu leben? Wer von ihnen sympathisierte mit den Nazis? Welche inneren und äußeren Widersprüche provozierten das Leben und Arbeiten unter dem NS-Regime?

Filmplakat zum Film Jeder schreibt für sich allein
Filmplakat zum Film „Jeder schreibt für sich allein“ Foto: Kino im Walzenlager

In einem Mix aus Interviews, Fotografien, bewegtem Archivmaterial, Spielfilmszenen sowie Ortserkundungen stehen nun Lebenswerk und Karriere von Kästner, Benn und Co. auf dem Prüfstand. Dabei diskutiert der Film nicht nur das komplexe Verhältnis zwischen Kunst, Leben und politischem Handeln, sondern auch den Zusammenhang von Anpassung und Parteinahme, Autonomie sowie Komplizenschaft nicht nur während der NS-Zeit, sondern bis in die Gegenwart hinein.

Weil die neue Dauerausstellung den Zeitraum von vor Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute umfasst, fällt der Blick selbstverständlich auch auf das nationalsozialistische Deutschland. In der neuen Ausstellung wird der Mensch selbst in den Mittelpunkt gestellt. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns nicht lediglich mit Themen wie den Machtstrukturen, der „Gleichschaltung“ oder dem Verlauf des Zweiten Weltkriegs, sondern wir gehen der Frage nach, wie das Leben – kollektiv sowie einzeln – während des „Dritten Reiches“ im Rheinland aussah. Essentiell ist dabei der Blick auf das vorgegebene Gesellschaftsbild der „Volksgemeinschaft“. Wer gehörte dazu und nahm teil, wer täuschte Linientreue lediglich vor und wer war ausgeschlossen? In der Ausstellung präsentieren wir Beispielbiografien, die das vermeintlich homogene Bild der „Volksgemeinschaft“ aufbrechen und auch Raum für diejenigen Personen schaffen, die am Rand oder ganz außerhalb der Gesellschaft standen.

SpielwocheDo. 02.11.; Fr. 03.11.; Mo. 06.11. und Di. 07.11. ab 18.00 Uhr
So. 05.11. ab 16.00 Uhr
SpracheDeutsch
Dauer170 Minuten
Kosten7,00 EURO pro Person (auch Rentner*innen und Auszubildende)
Ermäßigt6,00 EURO (Behinderte, Schüler*innen, Kinder, Arbeitslose und Studierende)

Mehr Informationen zur Kartenreservierung findet ihr auf der Homepage des Walzenlagers.

Anschrift:

Kino im Walzenlager, Zentrum Altenberg
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Bitte beachtet, dass die Hausnummer „Hansastraße 20“ für den gesamten Gebäudekomplex inklusive Museum gilt.

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