Abgedunkelter Vorführraum des Kinos im Walzenlager.

FabrikKino: Das Gewicht der Welt

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen können dabei helfen, Debatten anzustoßen, Feststehendes zu hinterfragen und drängende Krisen zu überwinden. Doch was können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tun, wenn ihre Arbeit nicht nur kritischer Auseinandersetzung begegnet, sondern grundsätzlich in Zweifel gezogen oder ignoriert wird? Diesem Thema widmet sich der neue Dokumentarfilm „Das Gewicht der Welt“ von Florian Heinzen-Ziob, den das Kino im Walzenlager vom 21. Mai bis zum 2. Juni zeigt.

Ein Beitrag von Martin Kauder

Wissenschaft ist nie ganz eindeutig. Stets gilt es, Themen aus anderen Blickwinkeln zu beleuchten, neue Aspekte einzubringen und weitere Tests durchzuführen. Je besser die Methode und je zahlreicher die gesicherten Befunde, desto genauer kann ein wissenschaftliches Urteil gefällt werden. Persönliche Erfahrungen können dabei nützen. Doch eigene Befindlichkeiten spielen für das Ergebnis keine Rolle. Ist eine These objektiv widerlegt, kann sie nicht aufrechterhalten werden. Diese Grundsätze sind die Basis für das Vertrauen in wissenschaftliche Prozesse.

Der menschengemachte Klimawandel, darüber ist sich die eindeutige Mehrheit der dazu forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einig, ist die wohl größte Bedrohung, der die Menschheit heute gegenübersteht. Viele seiner Folgen, wie die Zunahme von Extremwetterereignissen und dauerhafte Verschiebungen in der ökologischen Struktur ganzer Regionen, sind bereits sicht- und spürbar. Die Frage, wie mit den schon jetzt nicht mehr zu verhindernden Auswirkungen umzugehen ist und wie weiterer Schaden abgewendet werden kann, beschäftigt eine Vielzahl unterschiedlicher Forschungsrichtungen.

Die drei Protagonisten von „Das Gewicht der Welt“ – der Chemiker Sebastian Seiffert, die Molekularbiologin Nana-Maria Grüning und die Glaziologin (Gletscherforscherin) Maria Hörhold – forschen eigentlich in ihren Spezialfeldern. Doch sie stellen immer wieder fest, wie sehr der Klimawandel allgegenwärtig auf ihrer eigenen Arbeit lastet: das titelgebende „Gewicht der Welt“. Der Planet, den sie fasziniert untersuchen, ist in großer Gefahr. Doch kaum jemand scheint diese Gefahr wirklich ernst zu nehmen und Konsequenzen zu ziehen. Die Wissenschaften stoßen auf taube Ohren, begegnen sogar massiver Ablehnung. Und so beschließen Maria, Nana und Sebastian, aus der Welt der reinen Wissenschaft auszubrechen. Sie gehen in die Politik, nehmen an Podiumsdiskussionen teil oder starten Protestaktionen. Ihr Ziel lautet, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Das Filmplakat "Das Gewicht der Welt" zeigt in der oberen Hälfte drei Personen: eine Frau mit Winterjacke, Schal und Mütze, eine zweite Frau mit Schutzanzug und Maske, sowie einen Mann mit Hemd und Pullover vor einer Tafel, auf der mathematische Formeln mit Kreide aufgeschrieben sind. Die untere Hälfte zeigt von hinten einen fahrenden Dampfzug, der durch ein zerstörtes Waldgebiet fährt. Links und rechts des Zuges stehen blattlose Baumstämme. Die Dampfwolke des Zuges geht von unten in die abgebildeten Personen über. Ganz unten stehen der Filmtitel sowie Informationen zu den am Film Beteiligten.
Filmplakat „Das Gewicht der Welt“; Bild: Kino im Walzenlager

„Das Gewicht der Welt“ begleitet sie auf einem Weg, der von der Forschung hinein in den Aktivismus führt. Der Film stellt prägnante Fragen: Welche gesellschaftliche Rolle sollten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler übernehmen? Kann aus Wissenschaft Wandel werden? Und welche Mittel sind dazu vonnöten? Wer sich diesen Fragen ebenfalls stellen möchte, kann dies bald im Kino im Walzenlager tun. Film ab!

Das Kinoprogramm im Mai/Juni

Termine21.05, 22.05., 25.05., 26.05. – 18.00 Uhr
28.05., 29.05., 01.06., 02.06. – 18.00 Uhr
24.05. & 31.05. – 16.00 Uhr
SpracheDeutsch
FSKohne Altersbeschränkung
Dauercirca 94 Minuten
Kosten7,00 EURO (auch Rentner*innen und Auszubildende)
Ermäßigt 6,00 EURO (Menschen mit Behinderung, Schüler*innen, Kinder, Arbeitslose, Studierende)

Mehr Informationen zur Kartenreservierung findet Ihr auf der Homepage des Walzenlagers.

Anschrift

Kino im Walzenlager.
Zentrum Altenberg
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Bitte beachtet, dass die Adresse für den gesamten Gebäudekomplex, inklusive Museum, gilt.

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