Abgedunkelter Vorführraum des Kinos im Walzenlager.

FabrikKino: Vaterland

Bereits in „Ida“ und „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ beschäftigt sich der Regisseur Pawlikowski mit Menschen, deren persönliche Geschichten eng mit den politischen Umbrüchen ihrer Zeit verbunden sind. In „Vaterland“ sind es nun neben diesen Themen auch Exil, Rückkehr und die Frage nach Heimat, die die Geschichte der Familie Mann begleiten. Vom 15. bis zum 27. Oktober 2026 präsentiert das Kino im Walzenlager mit „Vaterland“ einen Film, der sich dieser Themen annimmt.

Ein Beitrag von Nils Bungardt

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 trieb Thomas Mann ins Exil. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll der deutsche Literaturnobelpreisträger nun zum 200-jährigen Goethe-Jubiläum zurückkehren, um auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze zu sprechen. Wie blickt Thomas Mann auf dieses Deutschland, das ihn selbst ins Exil trieb? Welche Worte findet einer der großen deutschen Schriftsteller für seine Heimat? Und welche Konsequenzen hat diese Reise durch ein Deutschland in Trümmern und mehreren Besatzungszonen für die Familie Mann?

Im Film wird Thomas Mann (Hanns Zischler) von seiner Tochter Erika (Sandra Hüller) begleitet. Erika, Schauspielerin, Schriftstellerin und Kabarettistin, erlebt aus nächster Nähe, wie ihr Vater während der Reise empfangen wird und welche Erwartungen an ihn gestellt werden. Während Thomas Mann als Literaturnobelpreisträger im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit steht, treten jedoch auch die Spannungen innerhalb der Familie zu Tage.

Bild in schwarz weiß. Erika und Thomas Mann sitzen mit überkreuzten Handgelenken, formeller Kleidung und ernster Miene zusammen an einem Tisch. Oben steht in goldenene Buchstaben Vaterland. Thomas Mann und seine Tochter Erika auf einer Reise durch Nachkriegsdeutschland. Außerdem sind oben die Namen der Schauspieler Sandra Hüller und Hans Zischler vermerkt. Unten stehen weitere Namen und verschiedene Kritiken.
Filmplakat „Vaterland“; Bild: Kino im Walzenlager

Historisch verlief die Reise allerdings etwas anders als im Film dargestellt:

Thomas Mann wurde auf seiner Reise 1949 tatsächlich von seiner Ehefrau Katia begleitet und nicht von Erika. Dass im Film stattdessen die Tochter an seiner Seite ist, ist eine bewusste dramaturgische Entscheidung. Pawlikowski interessierte sich damit besonders für die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Thomas Mann und seinen Kindern Erika und Klaus.

Dabei ist es vor allem die Beziehung zwischen Vater und Tochter, die den Film durchzieht. Erika begleitet und unterstützt ihren Vater, begegnet ihm aber gleichzeitig immer wieder kritisch. Auch ihr Bruder Klaus spielt für die Geschichte der Familie eine wichtige Rolle. Damit wird aus der Reise nicht nur eine Auseinandersetzung Thomas Manns mit seiner früheren Heimat, sondern auch eine Reise, bei der die Beziehungen innerhalb der Familie auf die Probe gestellt werden.

Zu sehen im Kino im Walzenlager!

Das Kinoprogramm im Oktober

Termine15.10., 16.10., 19.10., 20.10. – 18.00 Uhr
22.10., 23.10., 26.10., 27.10. – 18.00 Uhr
18.10., 25.10 – 16.00 Uhr
SpracheDeutsch
FSK0
Dauercirca 82 Minuten
Kosten7,00 EURO (auch Rentner*innen und Auszubildende)
Ermäßigt 6,00 EURO (Menschen mit Behinderung, Schüler*innen, Kinder, Arbeitslose, Studierende)

Mehr Informationen zur Kartenreservierung findet Ihr auf der Homepage des Walzenlagers.

Anschrift

Kino im Walzenlager.
Zentrum Altenberg
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Bitte beachtet, dass die Adresse für den gesamten Gebäudekomplex, inklusive Museum, gilt.

Teile diesen Beitrag:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.