Abgedunkelter Vorführraum des Kinos im Walzenlager.

FabrikKino: Block 10

Block 10: Eine Höhle des Grauens. Hunderte jüdische Frauen werden dort 1943 Opfer von Folter, Verstümmelung und Zwangssterilisationen. Basierend auf historischen Dokumenten und Erzählungen greift Marcus O. Rosenmüller die menschenunwürdigen Geschehnisse aus der NS-Zeit in seinem neuen Film auf. Von Donnerstag den 05.11 bis Dienstag den 17.11 zeigt das Kino im Walzenlager einen Historienfilm, der von der Aussagekraft nicht wichtiger sein könnte.

Ein Beitrag von Anna Blum

Ausschwitz 1943: Seit Anfang des Jahres wird ein Bereich geschaffen, der unvorstellbare Gräueltaten hervorbringen wird: Block 10. Die SS sperrt darin hunderte jüdische Frauen ein, um die „fortpflanzungsunwürdigen“ Menschen „auszulöschen“. Die Frauen werden gerade zu entmenschlicht und an ihnen werden die unterschiedlichsten Arten von Zwangssterilisationen, Operationen und Spritzen, gewaltsam getestet. Es ist ein System, in dem es kein Entkommen gibt.

Das Plakat zeigt sechs jüdische Frauen mit abrasierten Haaren, heller Häftlingskleidung und Nummern. Nach hinten erstreckt sich der schwach beleuchtete Flur des Traktes. Unten stehen die Namen Christian Berkel und Axel Prahl sowie Block 10. Alle weiteren Schauspielenden sind am unteren Rand zusammengefasst. Oben stehen drei Kritiken zum Film.
Filmplakat Block 10,
Bild: Kino im Walzenlager

Der Historienfilm thematisiert dabei die unterschiedlichen Perspektiven dieses Mikrokosmos. Die Frauen, die in einer unmenschlichen Welt um ihre Würde und ums Überleben kämpfen und in kleinen Taten Menschlichkeit verbreiten. Die SS-Ärzte, die im Namen der „Rassen-Ideologie“ foltern und töten, um selber nicht getötet zu werden. Die Häftlinge, die selber wählen müssen zwischen Anpassung und Schutz ihrer Familie oder dem Widerstand und dem eigenen Tod. Auch der jüdische Gynäkologe Dr. Maximilian Samuel, gespielt von Christian Berkel, muss wählen.

Samuel, der seit September 1942 in Ausschwitz ist und als Häftlingsarzt arbeitet, soll ab Mai 1943 im Block 10 bei den Zwangssterilisationen mitwirken. Er wird verpflichtet, den SS-Ärzten Clauberg (Axel Prahl) und Schumann (Johannes Zirner) bei den Experimenten an den jüdischen Frauen zu assistieren. Andernfalls wird seine Tochter in Ausschwitz vergast. Die SS zwingt Samuel zu einer unmöglichen Entscheidung.

Es zeigt sich ein persönliches Dilemma, das auch die große Grauzone vieler Taten von anderen Häftlingen widerspiegelt: Die Wahl zwischen Zwang, Schuld, dem eigenen Tod, dem Tod anderer und dem verzweifelten Versuch, Familien zu beschützen. Aus der Perspektive der vielen Figuren entsteht ein vielstimmiges Bild von Gewalt, Überleben und der Frage, was Menschlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen bedeuten kann.

Dieser Film fühlt sich wie ein Zeitdokument an. Die Shoah wird dabei schonungslos thematisiert und ein erschreckendes Kapitel wird somit wieder lebendig und das auf eine radikale Weise. Ein wichtiges Werk in einer politischen Zeit neuer Unruhen und rechtsradikalen aufsteigenden Bewegungen. #Nie wieder!

Zu sehen im Kino im Walzenlager!

Das Kinoprogramm im November

Termine5.11., 9.11., 10.11.,12.11 – 20.oo Uhr;
13.11., 16.11., 17.11 – 20.oo Uhr;
8.11. & 15.11. – 18.oo Uhr
SpracheDeutsch
FSK16
Dauercirca 108 Minuten
Kosten7,00 EURO (auch Rentner*innen und Auszubildende)
Ermäßigt 6,00 EURO (Menschen mit Behinderung, Schüler*innen, Kinder, Arbeitslose, Studierende)

Mehr Informationen zur Kartenreservierung findet Ihr auf der Homepage des Walzenlagers.

Anschrift

Kino im Walzenlager.
Zentrum Altenberg
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Bitte beachtet, dass die Adresse für den gesamten Gebäudekomplex, inklusive Museum, gilt.

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