LVR-Industriemuseum, Zinkfabrik Altenberg, Neue Dauerausstellung, Kino im Walzenlager

FabrikKino: Architecton

Von Donnerstag, den 24.10. bis Dienstag, den 29.10.2024 präsentiert das LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Kooperation mit dem Kino im Walzenlager den Dokumentarfilm „Architecton“ des Filmemachers Victor Kossakovsky, der thematisch an die Inhalte der neuen Dauerausstellung anknüpft.

Ein Beitrag von Jacqueline Drywa

Welchen Weg nimmt ein Stein auf sich, bevor er bei uns verbaut wird? Wie bauen wir heute? Wie haben wir früher gebaut? Was wird von unseren Bauten übrigbleiben? Diesen Fragen geht der Regisseur Victor Kossakovsky in seinem neuen Film „Architecton“ auf den Grund. Atemberaubende Aufnahmen zeigen den Zuschauenden, welche Kraft in Gestein steckt und was notwendig ist, um diese Materialien für uns nutzbar zu machen. Der Dokumentarfilm spielt mit Perspektiven, Drohnen- und Nahaufnahmen, Geschwindigkeit und Ruhe. Er animiert die Zuschauenden, untermalt durch die Filmmusik von Evgueni Galperine, selbst nachzudenken und die gewonnenen Eindrücke einzuordnen.

Im Film werden Ausschnitte von jahrhundertalten Ruinen und Bauwerken gezeigt, die nach wie vor von einer vergangenen Architektur erzählen. Im Kontrast dazu stehen neue Gebäude aus Beton, die nicht mehr als ein paar Jahrzehnte bestehen werden, da der Baustoff nicht für Langfristigkeit geeignet ist. Zudem zeigen Bilder nach dem Erdbeben in der Türkei und dem Krieg in der Ukraine, wie viel unsere heutigen Bauten aushalten müssen und welche Zerstörung bereits eingetreten ist.

Ruhige Szenen entstehen durch die Begleitung eines Kunstwerkes des Architekten Michele De Lucchi: Er schafft einen kleinen Kreis aus Steinen, in dem die Natur entscheidet, was dort passiert. Kein Mensch soll diese Quadratmeter erneut betreten, nur seine Hunde dürfen das weiterhin. Er möchte das Schöne und Beständige zurückbringen, was durch schlichte und einheitliche Bauten verloren ging.

Der Dokumentarfilm erzählt anhand der Geschichte der Steine einen Wandel in der Architektur und der Gesellschaft und fragt nach dem zukünftigen Umgang damit.

Das Bild zeigt das Filmplakat des Dokumentarfilms Architecton. Man sieht eine gerade abgeschnittene Felswand und davor Geröll. Dieser Teil des Bildes ist blau gefärbt. Mittig im Bild ragt ein rechteckiger großer Stein aus einem ebenfalls rechteckigen Loch in der Felswand. Dieser ist orange gefärbt und mit etwas Gras bewachsen. Davor steht eine Person, die sich mit beiden Händen, nach oben ausgestreckt gegen den Fels lehnt. Der Fels ist ungefähr 3 mal so groß wie der Mensch.
Filmplakat Architecton
Bild: Kino im Walzenlager

Diesen Wandel im Umgang mit Ressourcen und wie sich die Gesellschaft dafür ändern muss, thematisieren wir in der neuen Dauerausstellung in dem Bereich Individualisierung. Wir schauen uns an, wie nachhaltiges Leben aussehen kann. Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit dem Wandel in der Architektur: Wir bauen heute mit Materialien, die eine geringere Langlebigkeit haben als die Gebäude früher. Das wirkt im ersten Moment rückschrittlich und wenig umweltbewusst, es werden schnell neue Häuser errichtet, die in vergleichsweise kurzer Zeit marode werden und dadurch nicht mehr bewohnbar sind. Gerade Beton hat zudem eine schlechte Klimabilanz, da bei der Herstellung viel Co2 ausgestoßen wird. Durch die hohe Nachfrage verstärkt es zudem die Sandknappheit. Diese Entwicklung kann man allerdings gut nachvollziehen, da gerade nach den Kriegen und durch das Wirtschaftswachstum schnell neue Städte aufgebaut werden mussten.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Konzeptionsentwurf für die neue Dauerausstellung. Zu sehen ist ein Bereich der Ausstellungseinheit Individualisierung. Foto: LVR-Industriemuseum
Ausschnitt aus dem Konzeptionsentwurf für die neue Dauerausstellung
Entwurf: Duncan McCauley

Das Wirtschaftswachstum spiegelt sich auch in anderen Lebensbereichen wieder: Wir konsumieren viel, haben Zugang zu nahezu jedem Produkt. Im Zweifelsfall müssen wir zwei Wochen warten und dann liegt es vor unserer Türe. Lebensmittel aus aller Welt stehen täglich im Supermarkt für uns bereit und in wenigen Stunden kann man ein fernes Land bereisen. Dies sind Wohlstandsgüter, an die wir uns gewöhnt haben und die wir ungern wieder hergeben wollen. Dadurch wächst jedoch zunehmend unser ökologischer Fußabdruck und die Ressourcen der Erde sind endlich. Wir wollen in dem Bereich der neuen Dauerausstellung schauen, wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann und welche Ideen es bisher gab. Wichtige Punkte sind dabei nachhaltige Materialen zu verwenden und die verwendete Menge bestmöglich zu reduzieren. Eines dieser umweltschonenden Materialien ist der Stoff aus der Abacá-Bananenpflanze, er ist langlebig und biologisch abbaubar. Dieser kann beispielsweise für Schuhe, Taschen oder Stühle genutzt werden.

Des Weiteren kann durch verkürzte Lieferketten und das Recyceln von Materialien Co2 eingespart werden. Gerade den eigenen Konsum kann man durch Recycling und Sharing grüner gestalten. Dabei gibt es Möglichkeiten, wie den Flohmarkt und das Carsharing, aber auch bereits das Ausleihen des Pavillons der Nachbar*innen, statt ihn neu zu kaufen, trägt zu einem umweltbewussten Alltag bei. Wir werden in der Ausstellung mehrere dieser Konzepte vorstellen, möchten aber auch die Besuchenden und ihre Ideen miteinbeziehen. Es wird die Möglichkeit geben, uns von euren eigenen Projekten zu berichten. Dadurch entsteht ein sich wechselnder Bereich, der immer wieder neue Entwicklungen zeigt.

Das Kinoprogramm im Oktober

Termine24.10., 25.10., 28.10., 29.10. – 18.00 Uhr
27.10. – 16.00 Uhr
Sprachedeutsch
Dauercirca 94 Minuten
Kosten7,00 EURO (auch Rentner*innen und Auszubildende)
Ermäßigt6,00 EURO (Menschen mit Behinderung, Schüler*innen, Kinder, Arbeitslose, Studierende)

Mehr Informationen zur Kartenreservierung findet Ihr auf der Homepage des Walzenlagers.

Anschrift

Kino im Walzenlager.
Zentrum Altenberg
Hansastraße 20
46049 Oberhausen

Bitte beachtet, dass die Adresse für den gesamten Gebäudekomplex, inklusive Museum, gilt.

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